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Hunter

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Sunday, September 20th 2009, 6:35pm

Hunter of the Underworld 2-Slave of Hell

so, meine lieben stummen leser (dolina ausgeschlossen :D) ich poste dann ma den zweiten teil und lade euch zur nächsten Runde Underworld ein. hoffe auch dieses mal finden sich ein paar leser und vllt hinterlassen sie mir ja ein wenig FB.... das wäre schöööööööön

FSK: ab 18!
disclaimer: gehören alle sich selbst, außer die von mir erfundenen ;)
summary:Nach dem Kampf in der Alten Fabrik und dem Krankenhausaufenthalt vom jüngeren Winchester, fahren die Brüder den normalen Jobs entgegen. Erst als Sam erfährt, das Noel tot ist und in der Hölle gelandet ist, beschließt er in die Hölle zu gehen und sie zurück zu holen. Das Geheimnis der Hölle wartet auf ihn und noch so manche überraschung.... Während Dean damit beschäftigt is einem Kopflosen das Handwerk zu legen.......
genre: spannung, SPN :P und n bisschen erotik!

wünsche euch allen viel spaß beim lesen und FB is gern gesehen ;)

grüüüüüüüüüüüüße von der Hunter

----------------------

“Wie geht es ihm, Doktor?” fragte ich nun schon zum hundertsten Mal den Chefarzt des West Medical Centres in New York und schaute besorgt in das Gesicht des Mannes. Ich sah es zwar nicht, weil ich einer Krankenschwester hinterher sah, aber ich wusste, dass er die Augen verdrehte.

„Hören Sie, Mr. Jacobs.“ Fing er dann an. „Bereits gestern habe ich Ihnen gesagt, dass ihr Neffe bereits auf der Krankenstation liegt und von der Intensiv erlöst wurde. Außerdem habe ich Ihnen einen ausführlichen Bericht erstattet, bezüglich seines Zustandes und seiner Heilung. Mehr kann ich wirklich nicht für ihn tun, verstehen Sie? Gehen Sie nach Hause und... ruhen Sie sich aus. Sonst muss ich Sie hier behalten mit dem Verdacht auf Schlafentzug und Suizid Gefährdung.“
Ich zog die Augenbrauen in die Höhe und schaute ihn leicht verwirrt an. „Suizid?“

Dr. Gilbert klappte Sam´s Akte zu und schlenderte ohne weitere Worte den langen Flur entlang und verschwand hinter einer der vielen Türen.
Mit einem Grinsen trat ich in Sammy ´s Zimmer ein und schloss leise hinter mir die Tür. Er lag unverändert in dem Krankenbett, hatte unzählige Infusionen an seinen Händen angebracht und ein piependes Gerät neben seinem Bett zeigte seinen regelmäßigen Herzschlag an.

Ich schob die samtige Bettdecke etwas zur Seite und setzte mich auf die Bettkante. Eine Weile schaute ich meinem Bruder beim schlafen zu und seufzte hin und wieder. Dann vernahm ich ein leichtes flimmern an seinen Augenlidern und zum zweiten Mal an diesem Tag öffnete Sam die Augen. Zwar sehr schwerfällig, aber er schaffte es immerhin.

„Hey, Sammy. Wie geht es dir?“ fragte ich im ruhigen Tonfall. Er schaute mich etwas geknickt an, richtete sich ein wenig auf und schüttelte dann den Kopf. „Was ist?“

„Du siehst aus als hättest du n Monat nicht geschlafen, Dean. Und dein Anblick ist fast noch schlimmer als meiner.“ Sagte er dann mit rauer Stimme und griff nach dem Wasserglas auf dem Nachttisch neben ihm. Ich lachte kurz auf, nach seinen Worten, fuhr nervös über mein Gesicht und schaute wieder zu Sam. „Schön das es dir besser geht.“

„Was sagt der Arzt?“ fragte Sam ein wenig schwerfällig nachdem er das volle Wasserglas in einem Zug leer getrunken hatte und es zurück gestellt hatte. Ich zuckte nur mit den Schultern. „Ach, der...“ antwortete ich ihm nur. Damit war er offensichtlich nicht zufrieden.

Er lies seinen Kopf nach hinten auf das Kissen fallen und atmete tief ein und aus. „Was hast du ihm dieses Mal erzählt? Bin ich dieses Mal dein Onkel oder bin ich zur Abwechslung mal auch dein Bruder?“

„Nein. Ich meine... das würde ich nie.... also, ja du bist heute mein Neffe. Aber ich schwöre dir, das nächste Mal...“ ein leises klopfen an der Tür unterbrach mich und neugierig schaute ich auf die pechschwarze Zimmertür.

Als ich das alte Basecape erkannte, das sich durch den schmalen Türspalt zwängte und auch den Mann, der es trug, hellte sich nicht nur meine Stimmung auf.
„Bobby!“ rief Sam erfreut und ein Lächeln legte sich auf seine rissigen Lippen.

„Hey, ihr Zwei. Alles klar bei euch?“ der bärtige Jäger schloss die Tür hinter sich und trat langsam näher an das Krankenbett heran.
„Gibt es was neues?“ fragte Sam forsch nach. „Hast du sie gefunden?“

Bobby senkte leicht den Blick, schaute zu mir und dann zu Sam. „Nein. Noch nicht. Aber ich denke, die Leute die ich um Hilfe gebeten habe, werden schon was herausfinden.“ Antwortete er dann und erneut warf er mir einen besorgten Blick zu. Warnend schaute ich zurück.

„Bobby. Sag mal, kannst du mir einen Gefallen tun?“ fragte Sam plötzlich in die Stille hinein. Bobby zuckte bei seinen Worten leicht zusammen, riss sich jedoch schnell am Riemen und schaute Sam interessiert in die angeschwollenen Augen.
„Ich würde gerne so schnell es geht hier raus und selber nach ihr suchen. Also wenn du irgendwie...“

Bobby unterbrach ihn unwirsch und umging seine Bitte. „Dean, können wir uns kurz draußen unterhalten? Dauert auch nicht lange.“ Er wandte sich von meinem Bruder ab, packte mich grob am Arm und schleifte mich vor die Tür. Die Zornesfalten in seinem bärtigen Gesicht verhießen nichts gutes. „Wann hast du vor es ihm zu sagen?“ fragte er todernst.
Ich stellte mich dumm, schaute ihn auch so an und runzelte schließlich die Stirn. „Wovon sprichst du?“

„Du weißt genau was ich meine, Junge!“ flüsterte er wütend. Vorsichtig schaute er zu beiden Seiten, ob uns auch niemand sah und hörte. Dann drängte er mich mit festem Griff um meinen Hemdkragen in eine dunkle Nische, drückte mich gegen die Wand und funkelte mich wütend an bevor er fort fuhr. „Dein Bruder muss es erfahren. Er kann doch nicht ewig mit dem Wissen herumlaufen, dass Noel noch am Leben ist. Er muss die Wahrheit erfahren.“

Ich riss mich aus seiner Umklammerung. „Meinst du er würde sich dann besser fühlen? Ich denke eher nicht. Genau das Gegenteil wird eintreten wenn er es erfährt. Er wird durchdrehen, Dinge tun und sagen die ich einfach nicht hören und sehen will, verstehst du? Er wird es erfahren, ja. Aber nicht hier und nicht jetzt.“

Bobby schaute mich verwirrt an. „Welche Dinge meinst du?“
Noch einmal sah ich ihn an. Ich wollte es ihm nicht sagen. Die Visionen, die Sam vor dem Kampf in der Fabrik gehabt hatte, musste ich noch für mich behalten. Ohne ein weiteres Wort verschwand ich wieder in Sam´s Zimmer.

Dolina

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Wednesday, September 23rd 2009, 9:32pm

oh ich hab gerade erst gesehen das teil zwei da ist...

sorry...

werd es nachher erst lesen können, aber heute noch versprochen!!!!

dann gibt es das fb!!!
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Dolina

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Saturday, September 26th 2009, 11:59am

Erstmal Sorry, das ich es leider doch nicht früher geschafft habe, aber im Moment ist bei mir nen bischen Stress angesagt...
Aber jetzt hab ich es dann doch endlich geschafft dein erstes Kapitel deiner Fortsetzung zu lesen.

Puh, Dean hat es geschafft Sam rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen, da bin ich sehr erleichtert. Doch Sam scheint echt noch sehr angeschlagen zu sein...
Und Dean...der hat ja scheinbar wieder die ganze Zeit an Sams Bett gesessen und selber garnicht geschlafen...der klappt noch zusammen, wenn er sich nicht mal ausruht. Sam scheint ja über den Berg zu sein...

Aber das er Sam immer noch nicht gesagt hat das Noel tod ist...
Ich will nicht das sie Tod ist!!! Nein, NEin, Nein...

Und die Vision....uargh.... :wall: :wall: :wall:

Bin gespannt wie es weiter geht.
Wieder sehr schön geschriebenes Kapitel!!!!

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
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Hunter

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Friday, October 2nd 2009, 10:11pm

Sechs Tage später:


Die harte Kirchenbank auf der ich saß brannte sich langsam in meinen Hintern ein und länger hätte ich es wahrscheinlich nicht mehr ausgehalten. Doch die North Church in New York war der einzige Ort, an dem ich ungestört sein konnte, wo ich meine Gedanken einfach mal abschalten konnte und an all das denken konnte, was sich in der letzten Zeit ereignet hatte.

Auf das Foto in meiner Hand tropfte ab und zu eine leise Träne, die sich aus meinem Augenwinkel löste und einfach fiel. Mir war es egal, ich befand mich in einem Haus Gottes und da achtete niemand darauf wenn ein einsamer Mann in der zweiten Reihe weinte.

Schließlich wussten die nicht worum es ging und weswegen ich Tränen vergoss. Ich hingegen wusste es ganz genau. Immer wieder senkte ich den Blick auf das lachende Gesicht auf dem Foto und meine Mine wurde immer sorgenvoller.
Warum, Noel?, fragte ich mich die ganze Zeit. Wieso bist du einfach gegangen? All die Zeit die wir miteinander verbracht haben... einfach ausgelöscht.

Mein Herz brannte mit den Gedanken, die ich an sie verschwendete. Eigentlich wusste ich gar nicht, wie ich mich fühlen sollte, oder welches Gefühl ich am ehesten zulassen sollte.

Sie kamen alle auf einmal. Sorge, Zorn auf mich selbst, Misstrauen gegenüber Dean und noch viele mehr. Zuordnen konnte ich sie alle nicht. Es war wie ein großer Ozean in mir, mit all diesen Gefühlen und der Ozean war so trübe, dass ich nicht sehen konnte, wo ich hinschwamm.

Wieder tropfte eine Träne auf das schon wellige Fotopapier und hinterließ eine kleine nasse Pfütze, direkt auf ihrer Nasenspitze. Ich grinste langsam, wischte die Tränenspur fort und schaute mich kurz in der Kirche um.

Keiner war hier, außer einer Frau, die vor dem Altar kniete und leise betete, und ich. Langsam erhob ich mich von dem harten Holz und ging mit eiligen Schritten auf die große Eingangstür zu.

Während ich die große Steintreppe vor der Kirche hinunter eilte, steckte ich das Foto in meine Innentasche und sah, wie Dean lässig und ebenso gelangweilt an seinem Wagen lehnte und geduldig auf mich zu warten schien. Ich steckte unschuldig meine Hände in die Jackentaschen und kam ruhig zu ihm hinüber.

„Na, Vater? Alle Gebete erhört?“ fragte er spöttisch und öffnete quietschend die Fahrertür. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, beugte mich etwas nach vorne und wollte die Beifahrertür öffnen, da segelte Noel´s Foto aus der Innentasche heraus und landete auf dem Boden direkt zu meinen Füßen.

Sofort stürzte Dean auf mich zu und riss mir das Foto aus den Händen, das ich gerade aufgehoben hatte. Eine Augenbraue fand den Weg hinauf zu seiner Stirn, die in Falten lag und er schaute abwechselnd zu mir und auf das Foto.

„Sammy.“ Fing er auch schon an. „Was willst du noch mit dem Foto? Vergiss sie endlich.“ Ohne eine Antwort abzuwarten zog er sein Feuerzeug aus seiner Jackentasche und hielt die Flamme direkt unter das Bild, das sofort Feuer fing.

Ich konnte nur noch stumm und entsetzt zusehen, wie sich das Papier wellte und in sich zusammen fiel. Dean lies es zu Boden segeln und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter.

„Das ist Vergangenheit, mein Freund. Lass sie hinter dir und schau endlich in die Zukunft.“ Mit diesen Worten stieg er über das verkohlte Foto hinweg ins Auto ein.

Ich sah noch zu, wie sich ihr Lächeln in schwarze Striemen verwandelte und dachte über Deans Worte nach. Er hatte Recht, verdammt. Ich musste endlich aufhören an sie zu denken und versuchen sie zu vergessen. Ich sah zu, wie eine kleine Windböe die restliche Kohle des Bildes fortwehte und stieg mit einem Lächeln zu Dean in den Wagen.

„Und? Wohin geht’s?“ fragte ich nachdem ich die Tür zugeschlagen hatte. Dean startete brummend den Motor und fuhr auf die Hauptstraße.
„Wir fahren zu unserem nächsten Job.“

Dolina

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Sunday, October 4th 2009, 1:46am

oh der arme sam, er leidet wirklich noch sehr...das er sich in ne kirche zum weinen zurück ziehen muss...oh mann, männer...

dean ist aber verdammt hart zu sam, das bild einfach zu verbrennen, das ist so kalt.
ok, sam scheint sich danach besser zu fühlen, aber hart war das schon.

bin gespannt was der nächste fall ihnen bringt.

:thumbsup: :thumbsup:
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Hunter

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Sunday, October 11th 2009, 11:04am

ein kleiner part bis zu einem nächsten größeren :D hoffe ihr könnt noch!!! und dolina, danke für den liebes FB!!!!! das motiviert mich echt weiter zu machen.........*knuddel dich ma eben*

----------------


Ich sah Feuer und ein ekelhafter Geruch drang mir in die Nase. Felsen, Geröll und mit einem Blick zum Himmel stellte ich fest, das dieser genau so rot schimmerte, wie das Feuer um mich herum.

Ich ging ein paar Schritte, blieb jedoch nach Sekunden wieder stehen, denn die heiße Erde unter meinen Füßen brannte sich in meine Schuhe ein und hinderte mich am weiter gehen.

Ein gellender Schrei drang zu mir herüber und ich schnellte herum. Doch es blieb stillt, kein Laut war mehr zu hören, außer ein trommelndes Beben, dass den Boden unter mir zum vibrieren brachte.

Es hörte sich an wie schwere Füße, die auf den Boden aufschlugen und sie kamen immer näher. Eine Armee!, schoss es mir durch den Kopf und meine Alarmglocken schrillten bis zum Anschlag. Doch meine Füße hatten ihren eigenen Willen und blieben stur dort stehen, wo ich war.

Das Beben kam näher und dröhnte in meinen Ohren. Der Gestank in meiner Nase wurde heftiger und ich hatte das Gefühl, dass die Hitze um mich herum ebenfalls immer mehr zu nahm.

Ein Geräusch hinter mir lies mich herum schnellen und ich starrte in zwei glühend rote Augenpaare, die einen pechschwarzen Rand um die Pupillen hatten.

Ich wusste sofort, das Noel mir gegenüber stand. Und an ihrem bösartigen Lächeln erkannte ich, dass sie nicht die Absicht hatte mir um den Hals zu fallen. Die Augen erinnerten mich an den Kampf in der Fabrik.

Sie hatte mit Night gekämpft und für kurze Zeit die gleichen Augen gehabt wie die jetzigen. Das konnte nichts gutes bedeuten.

„vala...“ hauchte eine fremde Stimme in meinem Kopf, die mir überhaupt nicht bekannt vorkam. Plötzlich verschwand das Lächeln aus ihrem Gesicht und sie legte ihre Hand gegen meine Brust. Ein stechender Schmerz durchzuckte meinen Körper, doch ich blieb einfach nur stehen ohne einen Laut von mir zu geben.

Die Szene wurde schwärzer und verschwand dann vollends im Nichts und ich öffnete einen Spalt breit meine Augen. War es wieder einer dieser Visionen, die nicht wahr werden würde? Oder war es die Zukunft, die ich wohlmöglich in der Hölle verbringen würde?

Ich schaute vorsichtig zu Dean, der konzentriert am Steuer saß und auf die Straße starrte. Er hatte offensichtlich nichts mitbekommen, was mich beruhigte. Er brauchte auch nicht alles zu wissen.

Ich drehte mich etwas mehr zum Fenster hin und versuchte erneut ein bisschen schlaf nachzuholen, den ich in New York deutlich vernachlässigt hatte.

Dolina

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Tuesday, October 13th 2009, 2:00am

8o 8o 8o

das war aber eine verdammt üble vision...

was ist da los?

wieso grieft sie sam an?

ich lechtze nach dem nächsten längeren kapitel...

was passiert nur jetzt???

*knuddel zurück*

jippie, du machst weiter!!!! *freu* :D :D :D

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
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Hunter

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Monday, October 26th 2009, 10:31pm

Der Regen peitschte wild gegen die Frontscheibe und der Scheibenwischer des Impalas konnte nichts gegen das Sintflutartige Wasser unternehmen, das vom Himmel kam.

Ich starrte nach vorne, beobachtete wie der Regen sich in den Scheinwerfern spiegelte und lauschte den leisen Rockklängen aus den Lautsprechern. Nach dem Kampf in der verlassenen Fabrik in Queens war nun schon über eine Woche vergangen und ich schwöre es war die schlimmste meines Lebens. Erst lag Sammy tagelang in einem dämlichen Krankenhaus, dann haben wir uns, als er einigermaßen fit war, die Seele aus dem Leib gesucht, weil er unbedingt Hinweise finden wollte.

Ich hatte vergessen welche Hinweise es waren und es war mir auch relativ egal.
Noel Kingsley hatte nichts übrig gelassen, was an Übernatürlichen Wesen in den Straßen von New York unterwegs war. Mit ihrer Selbstzerstörung hatte sie jeden Einzelnen von ihnen zurück in die Hölle geschickt. Hawk Night ebenfalls.

Es war eine der schlimmsten Nächte die ich jemals erlebt hatte. Es war nicht die Tatsache, dass sich Noel selbst geopfert hatte um uns gewissermaßen zu schützen, nein. Es war die Tatsache, das ich in dieser Nacht beinahe meinen Bruder verloren hätte.

Den Anblick würde ich niemals vergessen. Das viele Blut, das Rohr aus seiner Schulter, sein kalkweißes Gesicht und das unaufhörliche Tropfen. Das Tropfen seines Blutes auf den Boden. Heute noch verfolgte es mich in meinen Träumen und mit den Bildern des Kampfes wachte ich meistens auf.

Es hatte mich Überwindung gekostet ihn von diesem Rohr zu befreien und ihn in den Wagen zu legen, bedacht darauf ihn nicht noch mehr Schmerzen zuzufügen. Ich wusste nicht, wie ich zum Krankenhaus gekommen war, welchen Weg ich gefahren war oder ob ich überhaupt gefahren war.

Jedenfalls war ich angekommen, hatte die Aufklärung des Arztes wie ein Rauschen in meinen Ohren vernommen und hatte mich wie in Trance gefühlt, als ich Sam zusammengeflickt auf der Intensivstation liegen sah. Das Piepen der Geräte dröhnte jetzt noch in meinen Ohren.

Noch immer schaute ich auf die halb überflutete Straße, doch ich konnte einen Blick nicht lassen. Auf dem Beifahrersitz schlummerte zusammengekauert mein Bruder, sabberte leicht und schien offensichtlich nicht von irgendwelchen todbringenden Visionen zu träumen, die am Ende gar nicht eintreten würden. Darüber hatte ich mich schlau gemacht, es meinem Bruder aber verheimlicht.

Er hätte es nicht glauben können. Und mit noch mehr wollte ich ihn nicht belasten. Vielleicht würde ich es ihm später erzählen, wenn er die Wahrheit über Noel erfahren wollte. Ich wusste, dass er mir misstraute. Und das er merkte, das ich mehr wusste als ich zu gab, spürte ich ebenfalls. Ich war immerhin sein Bruder.
Ich musste bei dem Gedanken grinsen und drehte die Musik etwas lauter.

Doch auch davon wachte er nicht auf. Um ehrlich zu sein, wollte ich ihn auch gar nicht aufwecken. In den letzten Tagen ging es ihm zwar schon besser, aber ich konnte ihm ansehen, dass er noch immer nicht zu seiner alten Form zurückgefunden hatte, auch wenn er es mir vorzuspielen versuchte.

Mich hatte sowieso gewundert, dass er nach vier Tagen bereits das Krankenhaus verlassen hatte. Seine Wunden waren nicht gerade kleine Kratzer gewesen. Schon gar nicht das Loch in seiner Schulter, das ihn beinahe umgebracht hätte. Er war eben doch ein Freak.

Bei dem Refrain von dem Dokken Song, der aus den Lautsprechern dröhnte, schreckte er auf und stieß sich dabei den Kopf an dem viel zu niedrigen Autodach. Leicht verplant und völlig schlaftrunken rieb er sich den schmerzenden Schädel. „Was zum....Dean!“ rief er etwas wütend, woraufhin ich ihm einen schiefen Blick zu warf.

„Was. Jetzt bin ich auch noch Schuld das du dir den Kopf stößt? Langsam solltest du wissen, dass der Wagen nicht für 2 Meter Männer gebaut wurde, McGyver.“

Entgegnete ich grinsend und schlug freundschaftlich gegen seine Schulter.
Er umging meinen Vortrag und kam zu einem anderen Thema. „Wo sind wir überhaupt?“
„Ein paar Meilen vor Utah.“ Antwortete ich ihm. „Da im Handschuhfach sind die Unterlagen.“

Sam kramte ewig lange darin herum, bis er schließlich die Akte fand, die ich vor der Abfahrt zusammengesucht hatte, und schlug sie mit einem mürrischen Gesichtsausdruck auf. „Toter im Schwimmbad..... ertrunken... Anzeichen von Mord.... mhm, verstehe.“ Er klappte die Akte zu und warf sie auf den Rücksitz.

„Was... wieso wirfst du sie nach hinten?“ fragte ich stirnrunzelnd nach.
Sam seufzte tief. „Das ist nichts für uns. Ein Ertrunkener in einem Schwimmbad klingt für mich nach Badeunfall und harmloser Polizeiarbeit.“

Er machte eine kleine Pause, dann sagte er den Satz, den er mir schon seit dem Verlassen von New York an die Ohren knallte. „Wir hätten in New York bleiben sollen, um nach Beweisen zusuchen.“

Genervt drehte ich den Dokkens den Ton ab, schüttelte den Kopf und schaute Sam kurz wütend ins Gesicht. „Wenn du noch einmal diesen Satz sagst, dann bring ich dich um, verstanden?“ Die Wut in mir hatte sich schon lange aufgebaut, doch immer wieder hatte ich sie unterdrückt.

Nach dem was alles passiert war, wollte ich ihn nicht Grundlos anbrüllen, doch in diesem Moment platzte mir der Kragen. „Was zum Henker haben wir denn getan?! Wir haben zwei Tage lang nach irgendwelchen Leichen gesucht, die es nicht gab und Hinweise darauf, dass Noel diese Explosion überlebt hat, gab es auch nicht. Also was hätten wir noch tun können?!“ rief ich wütend in Sam ´s Richtung, der nun auch seine Wut rausließ.

„Dean! Sie hat versucht uns das Leben zuretten, indem sie Night getötet hat. Daraufhin ist sie verschwunden und hat noch nicht mal...“
“Dich im Krankenhaus besucht? Dann frag dich mal warum, mein Lieber! Es klingt zwar hart, aber sie ist tot, verdammt noch mal!“

Im Wageninnere hatte sich die Zornige Spannung zwischen uns elektrisch aufgeladen und ich spürte, wie die Wut förmlich überkochte. Eine Weile sagte jedoch keiner von uns etwas. Dann ergriff Sam erneut das Wort.

„Langsam denke ich, dass wir falsch gehandelt haben, Dean. Wir hätten sie beschützen müssen.“ Sagte er in einem ruhigeren Ton als vorher und spielte gedankenverloren an seinem Lederarmband.

„Ja, das hattest du ja eigentlich vor, stattdessen lässt du dich von einem violettäugigen Typen zusammenschlagen. Außerdem haben wir doch ihren Wagen zerstört, die Wohnung ausgeräumt einschließlich abgefackelt und wir haben sogar ihren Job gekündigt. Das war alles, was wir hätten tun können, Sammy. Mach dir nicht so viele Gedanken, sondern konzentrier dich lieber auf unseren eigentlichen Fall.“ Ich griff schnell nach hinten und überreichte meinem Bruder eine andere Akte, die sich schon etwas länger im Wagen befand.

Sam schaute neugierig in die Papiere und zog erstaunt die Augenbrauen in die Höhe. „Woher hast du das?“
„Tja. Ein guter Jäger hat eben so seine Quellen. Bobby hat sie mir gegeben als du halb im Koma lagst. Hörte sich interessant an und ich sagte, wir übernehmen den Fall.“ Erklärte ich ihm mit einem Schulterzucken.

„Wir?! Was hättest du getan wenn ich gestorben wäre?“ fragte er plötzlich mit seinem sorgenvollen Hundeblick in meine Richtung. Ich gebe zu, ich hatte gehofft er würde mich das niemals fragen. Natürlich hatte ich mir Gedanken darüber gemacht. Aber ganz soweit wollte und konnte ich einfach nicht denken.

Und antworten wollte ich ihm darauf auch nicht. Also drehte ich den Dokken Song lauter und trat wie gewohnt noch mehr aufs Gaspedal.

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Tuesday, October 27th 2009, 1:33am

oh da lief was schief...
doppelposte...
naja...*um verzeihung bittenden blick richtung uhr werf*

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Tuesday, October 27th 2009, 1:36am

huhu hunter,
toll du hast wieder ein neues kapitel gezauber...toll, toll, toll...

sam ist wrilich noch immer ganz schön neben der spur...und das nicht wegen seiner verletzung...
ich hoffe, das er das bald überwindet...oder das es zumindest besser wird.

tolles kapitel und besonders am ende sehr nachdenklich gestimmt...
sam hattewirklich großes glück gehabt...

freu mich auf ein neues kapitel!!!

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:


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Thursday, November 26th 2009, 6:42am

entschuldigt bitte die lange wartezeit, aber ich habe einfach keine zeit gefunden einen neuen part hier rein zu setzen.. hoffe ihr verzeiht mir noch mal. es gibt dafür auch ein etwas längeren. viel spaß und danke für dein FB dolina... hdl
-------------------


Gleich hinter der Ortsgrenze von dem idyllischen Städtchen Minersville tauchte rechts an der Straße ein heruntergekommenes Motel auf, das ´Old Mirror´. Ich parkte direkt vor dem Eingang, stieß Sam hart in die Seite, denn er war erneut eingedöst und packte die Taschen vom Rücksitz.
„Hey, hast du vielleicht...?“ fing ich an, doch Sam warf mir schon eine Brieftasche zu.

„Alles drin was du brauchst.“ Sagte er mit einem Grinsen während er mir die Tür aufhielt. Sie quietschte erbärmlich, auch als sie hinter uns zu fiel und der Eingangsbereich, in dem wir nun standen, war alles andere als nett.

Der Name war anscheinend ernst gemeint. An den Wänden und selbst an der hohen Zimmerdecke hingen verstaubte, blinde und zum teil auch angesplitterte alte Spiegel, die nichts weiter taten, als unser Spiegelbild verzerrt wiederzugeben.

Der alte Tresen vor uns knarrte entsetzlich, als ich mich auf ihm abstützte und mich über ihn beugte, um zu sehen, ob jemand dahinter saß. Doch offensichtlich hielt man hier nicht viel von Gastfreundschaft, von freundlicher Bedienung ganz zu schweigen.

Sam begutachtete währenddessen einen decken hohen Spiegel, der direkt neben dem alten Tresen stand und meinen Bruder exakt spiegelte.
„Was darf ´s sein?“ fragte mich eine dumpfe Stimme unfreundlich und ich schaute einem fetten bärtigen Mann entgegen, der eine schlimme Alkoholfahne hatte und noch dazu das Wort Körperhygiene wahrscheinlich noch nie gehört hatte.

„Wir möchten ein Zimmer mieten, bitte. Sagen wir... für drei Nächte?“ ich legte mein freundlichstes Lächeln auf, zeigte meine blitzweißen Zähne und knallte eine Kreditkarte auf das brüchige Holz des Tresens. Der Fatmen begutachtete mich von oben bis unten, rümpfte die Nase, schrieb irgendwas auf ein vergilbtes Papier und warf mir zwei Schlüssel entgegen.

„Der eine is n Ersatzschlüssel. Bei verloren gehen, gibt´s ne Anzeige und Hausverbot auf Ewig, kapiert?“ schnauzte Dickie mich an und schaute mich aus seinen kleinen stechenden Augen herausfordernd an.

„Alles klar, Chef. Geschnallt, kapiert und... gemerkt. Schön Abend noch.“ Ich packte unsere Taschen, Sam am Arm, weil ich sah das er gerade anfangen wollte mit Fatmen zu diskutieren und schleifte ihn aus dem Motel.
„Alter, was war das denn?“ fragte er lachend und schubste mich etwas zur Seite.

Ich schüttelte nur den Kopf und schloss Appartement 37 auf. „Das war ein Stück Utah Zivilisation, Sam. Bin gespannt was uns hier noch alles erwartet.“ Entgegnete ich während ich die Zimmertür aufstieß und den Lichtschalter suchte.

„Das wir ausgerechnet hier landen mussten und alles wegen einem lächerlichen kopflosen Geist?“ zweifelte Sam leicht spöttisch und trat hinter mir ins Zimmer ein. „Ich weiß wirklich nicht was Bobby sich dabei gedacht hat uns den Job ans Herz zu legen.“

„Er hat eben so seine Gründe.“ Weiter wollte ich nicht darauf eingehen und auf eine Diskussion mit Sam hatte ich auch keine Lust. Nicht nach so einer langen Autofahrt.
Die Glühbirne an der Zimmerdecke glühte kurz auf, als ich endlich den Lichtschalter fand, nach ein paar Sekunden jedoch summte es und sie zersprang in tausend Teile.

„Klasse. Wirklich.“ Fluchte ich vor mich hin und trat an den kleinen Tisch, der wahrscheinlich aus dem letzten Bürgerkrieg stammte, so alt war er. Auf ihm stand eine kleine Tischlampe, die nach dem einschalten einen milchiggelben Lichtschein von sich gab. Wieder sah ich Spiegel an Decke und Wänden. Auch über den Betten, die an der Wand standen, waren große Spiegel angebracht.

Ich verschwendete keine weiteren Blicke mehr, warf die Taschen auf die Betten und kramte ein Bier aus einer der Taschen.

„Hol mal deinen schlauen Laptop raus. Wird Zeit das wir uns endlich mit wichtigen Dingen beschäftigen.“ Sagte ich und öffnete die Bierflasche mit meinem Silberring. Es zischte laut und gierig trank ich ein paar Schlucke. Mein Bruder schaute sich etwas verunsichert um, als wenn ihm das Zimmer unheimlich erschien, setzte sich jedoch mir gegenüber und legte die abgewetzte Ledertasche auf den Tisch.

„Okay. Hier sind die Unterlagen, die Bobby rausgesucht hat. Am besten du liest noch mal die Fakten vor, dann kann ich nach Namen und Orten in der Datenbank suchen.“ Schlug Sam nach langem kramen vor, klappte den silbernen Computer auf und schob mir Bobby´s Unterlagen zu. Ich zögerte, bevor ich die vergilbte Mappe aufschlug und warf meinem Bruder einen besorgten Blick zu, den er auch auffing.

„Wieso guckst du so dämlich?“ fragte er mich auch gleich. Ich schüttelte nur den Kopf und las schließlich die Fakten aus den Unterlagen vor.

„Okay, Walter Kimball.“ Fing ich dann an. „Im späten Mittelalter hatte er Selbstmord begangen und wurde wegen seiner Tat enthauptet und an einer ungeweihten Stelle begraben. Er wurde mit einem Hagedornpfahl in seinem Grab festgenagelt, damit er nicht als lebender Leichnam durch die Wälder spazieren konnte. Ah ja. Sehr aufschlussreich.“

„Warte mal eben...“ Sam tippte auf seinem Laptop herum und starrte konzentriert auf den blauen Bildschirm vor ihm. „Kimball....Kimball... okay, hier habe ich ein paar Polizeiakten und in denen stehen auch ein paar sehr interessante Dinge. Du sagtest im Mittelalter sei er beerdigt worden, ja?“ fragte er unsicher nach und drehte den Laptop in meine Richtung. „Und wie erklärst du dir das hier?“

Ich schaute auf ein Polizeifoto, dass erst wenige Tage alt war und einen Mann zeigte, der gerade dabei war über einen Zaun zu klettern. Er hatte einen Aktenkoffer in der rechten Hand und schaute mürrisch in die Kamera. Unter dem Polizeifoto stand der Name Kimball, Walter und vergleichsweise hielt ich prüfend das Foto aus Bobby ´s Akte daneben. Die Gesichtszüge waren genau gleich, so wie Augen und Haare.
„Das ist erst ein paar Tage her.“ Stellte ich noch mal fest woraufhin Sam nickte.

„Die Polizei hat ihn als Walter Kimball identifiziert. Und eine Verwechslung ist ausgeschlossen. Er ist es. Auf... dieser Internetseite...“ Sam klickte das Foto weg und rief eine Seite im Internet auf, wo ein Stammbaum erschien. „...ist ein Stammbaum der Familie. Reicht aber nur bis ins Jahr 1723.“
„Also ist unser Nächtlicher Landstreicher ein Geist.“ Folgerte ich aus den Angaben, doch Sam schüttelte den Kopf.

„Die Augenzeugen, die den Mann gesehen haben, der die zehn Menschen in der letzten Woche hier umgebracht haben soll, sprachen von einem kopflosen Reiter. Und der Mann auf dem Polizeifoto ist weder kopflos, noch sitzt er auf einem Pferd, wie du sehen kannst.“
„Okay, Sherlock. Du hast ja Recht, so wie immer. Und was suchen wir nun genau?“

„Wir suchen die Augenzeugen auf, befragen sie und versuchen den kopflosen Typen dahin zurück zu schicken, wo er hergekommen ist. Ich hoffe das dauert nicht allzu lange.“ Den letzten Satz hatte er gemurmelt, doch ich hatte ihn auch so ganz gut verstanden.
„Sam?“ Er schaute zu mir auf ohne etwas zu sagen. „Du solltest nicht mehr nach ihr suchen.“

Nachdem ich diesen Satz gesagt hatte, veränderte sich Sam´s Gesichtausdruck. Vom lässigen Jäger, wurde er zu einem besorgten Welpen. Ich hasste diese Art an ihm.

„Wie meinst du das, Dean?“ fragte er auch schon genauer. Ich seufzte tief.
„Das was ich sagte. Hör auf nach ihr zusuchen, man. Es bringt dich noch um.“
Er rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her und sah mich dabei merkwürdig an.

„Du weißt mehr als du zugibst, richtig? Seit wir von New York weg sind verschweigst du mir was. Denkst du, du kannst das einfach so überspielen? Du bist mein Bruder, Dean. Ich will es jetzt wissen.“
„Sam...“

„Nein!“ Seine Stimme war aufbrausend und klang ziemlich wütend. Ich senkte den Blick, starrte die dreckige Tischplatte vor mir an und versuchte nicht zu meinem Bruder zu schauen.

„Es reicht, Dean! Ich habe es satt, dauernd derjenige zusein, der wichtige Informationen als Letzter erfährt. Eigentlich müsste ich dich dafür erschießen, weißt du das? Du verschweigst Dinge, die für mich und auch für mein Leben wichtig sind. So war es mit Dad, und mit deinem Deal mit dem Dämon. Und jetzt ist es so mit Noel. Sag mir die Wahrheit, Dean. Was ist in der Nacht passiert?“

Wieder seufzte ich tief. Ich konnte es ihm nicht sagen. Nicht heute Nacht. Es musste noch warten und ich musste versuchten es so lange hinauszuzögern, wie es nur ging.

Allein schon der Gedanke, dass ich Sam erzählen musste, wie Noel sich selbst umgebracht hatte und seine Reaktion darauf... ich schloss kurz die Augen und setzte mich auf das brettharte Bett. Kopfschüttelnd schaute ich auf den dreckigen Boden.

„Ich kann nicht, Sam. Jedenfalls nicht jetzt, verstehst du? Ich bin einfach nur müde und will mir nicht die Nacht um die Ohren schlagen, okay? Deinem Gesicht zufolge brauchst du auch dringend schlaf. Lass uns das Morgen besprechen.“

Ich lies mich nach hinten ins Kissen fallen und wartete nur darauf, das er irgendwas dagegen sagen würde. Doch zu meiner Überraschung hörte ich wie er den Laptop zuklappte, das Licht ausknipste und sich neben mir auf sein Bett warf.

„Versprichst du mir, dass du es mir morgen sagst?“ fragte er leise ins Dunkle hinein.
Ich zögerte mit meiner Antwort, doch ich konnte es nicht für immer verschweigen. „Ja, Sammy. Morgen sage ich es dir.“

Dolina

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Friday, November 27th 2009, 1:32am

das ist doch nicht schlimm, hauptsache ist das es jetzt weiter geht :D :D :D
manchmal hat man einfach zu viel um die ohren...
und mit dem langen kapitel hast du es ja schon wieder gut gemacht.

sie haben also einen neuen fall...
einen kopflosen reiter...
und einen mann der schon seid dem mittelalter tod sein soll und dennoch über zäune kletter...
hmm, wie das nur zusammengehört.
ich bin wirklich gespannt.

und dean verschweigt sam immer noch was mit noel geschehen ist..
ohje das wird keine leichte aiufgabe es ihm zu sagen, aber vllt kann sam dann besser mit der sachen abschliesen...
ich bin mal gespannt ob dean es im wirklich "morgen früh" sagt...

wieder ein super kapitel und freu mich natürlich sehr auf mehr!!!

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

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Saturday, December 19th 2009, 7:45pm

danke dolina-maus für dein kommi :love: geht nun auch endlich ma weiter. bin in der letzten zeit nich dazu gekomm... is auch wieder ma extra lang :D bitteschön!!!!!!!!!
----------


Immer wieder wischte sich Heather McCold die Tränen aus den Augen und immer wieder warf sie uns verwirrte Blicke zu. Wir saßen in einem großen Wohnzimmer, hatten zwei große Becher Kaffee vor uns stehen und hörten der Geschichte der Witwe aufmerksam zu. Seit gut einer Stunde erzählte sie nun. Und sie war noch lange nicht am Ende.

Das schniefen und schluchzen der Frau machte mich wahnsinnig und ich wollte nur noch aus dem muffig riechenden Haus raus. Mit einem Blick zu Sam erkannte ich, dass es ihm ähnlich ging. Nervös friemelte ich an meinem Anzugkragen, der meinen Hals vollkommen abschnürte und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass mir das Gerede von der Frau scheiß egal war.

Mrs. McCold war die Vorletzte auf unserer Liste von Augenzeugen, die wir befragen wollten. Die neun Zeugen vor ihr, hatten uns nichts neues erzählt. Die Geschichten ähnelten sich fast bis ins kleinste Detail.
Die weinende Frau legte endlich ihr zehntes nasses Taschentuch beiseite und faltete nervös die Hände in ihrem Schoß.

„Wo war ich?“ fragte sie uns zum hundertsten Mal. Sam schickte ihr seinen Hundeblick und nippte an seinem Kaffee.

„Sie erzählten gerade davon, wie der Mörder ihres Mannes aussah, Mrs. McCold.“ Antwortete er ihr säuselnd, stellte seinen Becher zurück auf den Couchtisch und schaute sie erwartungsvoll an.

„Stimmt, ja richtig.“ Sagte sie schnell, zog die Nase hoch und kramte erneut nach einem Taschentuch. „Der Mann saß auf einem weißen Pferd, trug ein merkwürdiges Gewand und... er hatte keinen Kopf! Ich weiß, das klingt verrückt, aber es ist die Wahrheit!“ rief sie mit weinerlicher Stimme, tupfte sich erneut die Tränen fort und griff zum nächsten Taschentuch. Sam und ich wechselten kurze Blicke, dann schickte Sam ihr erneut seinen Hundeblick. „Nein, Mrs. McCold. Das ist nicht verrückt. Wir glauben Ihnen.“

Sie schaute langsam zu meinem Bruder und setzte eine zweifelnde Mine auf. „Zwei Männer von Historischen Museum in Baltimore glauben einer Witwe die Geschichte eines Kopflosen Mörders?“ fragte sie mit gehörigem Zweifel in der Stimmt.

„Was geschah dann?“ Wie ein geübter Lügner umging Sam die Frage und kam wie von selbst zum nächsten Punkt. Ich grinste heimlich in mich hinein. Er hatte einiges dazu gelernt, seitdem ich ihn von Stanford geholt hatte.

Der Misstrauische Blick der Frau verwandelte sich schlagartig in einen erneut traurigen. „Hank wurde in das Waldstück gezogen. Er schrie furchtbar. Dann hörte ich dieses eigenartige Geräusch. Es klang wie...“

„...die Klinge eines Schwertes?“ warf ich dazwischen. Mrs. McCold schaute mich verwirrt an, wischte sich erneut eine Träne aus dem Augenwinkel und zog die Nase hoch, was ein ekelhaftes Geräusch nach sich zog.
„Woher wissen Sie das?“ fragte sie erstaunt nach.

„Einfach gut geraten.“ War meine Antwort, woraufhin mir Sam einen warnenden Blick zuwarf. Er wandte sich wieder an die Frau vor uns und ignorierte mich.
„Und danach?“
„Es war dunkel, ich konnte nicht sehen was mit Hank passierte. Ich sah nur... Blut, dass nach allen Seiten spritzte und hörte ihn schreien... es...war so furchtbar.“

Sie fing wieder an zu heulen und meine Nerven brachen in sich zusammen. Ich erhob mich langsam von der harten Couch und lächelte freundlich.
„Darf ich mal eben Ihre Toilette benutzen? Das ist mein vierter Kaffee heute.“ Log ich ohne Rot zu werden. Das mit dem Kaffee stimmte allerdings.

„Sicher. Die Treppe hinauf und dann die erste Tür links.“ Antwortete mir die Witwe und zeigte auf die Treppe, die in der Diele nach oben führte.
Ich lächelte noch einmal und verzog mich nach oben. Klar, an der Tür gleich links ging ich vorbei und stahl mich ins Schlafzimmer. Ich holte mein EMF Meter raus, schaltete es ein, doch wie erwartet schlug es nicht aus. Auch bei den Anderen Toten waren keine EMF ´s im Haus gewesen, wieso sollte es hier anders sein?

Dennoch ging ich von Raum zu Raum in der ersten Etage und schaute brav auf das kleine Gerät in meiner Hand, dass stur die Klappe hielt.
Frustriert steckte ich es zurück in meine Anzugtasche und trat den Rückweg zur Treppe an. Ich hörte schon von weitem, wie Sam sich mit lauter Stimme von Mrs. McCold verabschiedete und legte einen Schritt zu, um nicht vergessen zu werden.
Die Haustür öffnete sich schon und ich stahl mich hinter Sam aus dem Haus, der schon fast am Wagen war.

Ich verabschiedete mich schnell von der verheulten Frau und folgte meinem Bruder mit eiligen Schritten. Er kramte zum hundertsten Mal an diesem Tag die Liste mit den Augenzeugen aus der Tasche und warf einen letzten Blick darauf.

„Der Nächste ist ein gewisser Albert Fairy, wohnt am Ende der Stadt und verlor am letzten Freitag seine Ehefrau. Der Letzte auf der Liste. Man, wenn das wieder eine Pleite ist, dann begrab mich bitte.“ Ich sah ihm die Enttäuschung an und musste leicht grinsen. Ich war noch weniger motiviert als er, doch wir wollten den Job so wie immer ordentlich machen. Also fuhren wir ans Ende der Stadt und klopften bei den Fairy ´s an.

Ein großer, dürrer, grauhaariger Mann öffnete uns die Tür, starrte uns aus kleinen blauen Augen an und die Verwirrung war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.
„Ja? Was wollen Sie?“ fragte er mit einer tiefen Stimme, die so gar nicht zu seinem Erscheinungsbild passte.

„Sind Sie Mr. Albert Fairy?“ fragte Sam im ruhigen Ton. Der Typ in der Tür begutachtete uns von oben bis unten, blieb mit seinem Blick bei Sam ´s sauber zur Seite gekämmtem Haar stehen und lächelte sanft. „Ja, der bin ich. Was kann ich für Sie tun, meine Herren?“

Ich räusperte mich und streckte ihm die Hand entgegen. „Wir sind vom Historischen Museum in Baltimore und haben einige Fragen an Sie bezüglich der Nacht, in der Ihre Frau starb.“ Sagte ich geradeheraus, woraufhin mir Sam einen Stoß in die Seite verpasste und Mr. Fairy mich noch verwirrter ansah als zuvor.

„Diese Nacht ist jetzt schon 10 Tage her und die Polizei hat den Fall doch schon längst zu den Akten gelegt.“
„Hat sie das?“ fragte ich interessiert. Der Mann in der Tür nickte langsam.
„So hat es mir Chief Barnes jedenfalls erzählt. Und was hat überhaupt das Museum von Baltimore mit der Sache zutun?“
Jetzt räusperte sich Sam, kam mir zuvor, als wolle er nicht, dass ich irgendwas davon erzählte, was die anderen Zeugen uns schon gesagt hatten. Was sollte das? Ich war ein Profi!

„Ja, ähm... das Museum interessiert sich für das, was Sie gesehen haben, in der Nacht. In den Zeitungen stand, es wäre eine kopflose Gestalt gewesen, die auf einem Pferd ritt und ein Schwert mit sich trug. Ist es so in der Art gewesen?“
Als Sam geendet hatte, starrte Mr. Fairy ihn entsetzt an. Ich sah, dass er nervöser wurde, kratzte sich verlegen im Nacken und trat schließlich von der Tür fort.

„Es ist wohl besser, Sie kommen erst mal rein.“
Wir folgten dem schlaksigen Mann in ein sehr kleines Wohnzimmer, mit schmutzigem Fußboden, alten Möbeln und unzähligen kostbar aussehenden Gemälden an den Wänden. Bei unseren Blicken gegenüber der Bilder, schmunzelte Mr. Fairy leise und schaute traurig zu einem sonnigen Bild gleich über der Couch.

„Meine Gene war Malerin. Egal was sie vor Augen hatte, sie hat es sofort zu einem Bild gemacht.“ Erklärte er uns mit Traurigkeit in der Stimme. Sam schaute eine Weile auf das Gemälde, dann lies er sich mit den Worten: „Die Bilder sind wunderschön“ auf das staubige Sofa fallen und wirbelte eine kleine Staubwolke dabei auf.

„Ja, sehr schön. Kommen wir zu unserem eigentlichen Anliegen, Mr. Fairy.“ Kam ich zur Sache und lies mich neben meinen Bruder fallen. Ich versank fast im Polster, so durchgesessen war es, doch das es mich fast verschluckte, lies ich mir nicht anmerken.

„Richtig, richtig. Die Nacht als Gene starb. Ja...“ er machte eine kurze Pause, setzte sich in einen zerfransten Sessel uns gegenüber, schlug die Beine übereinander und dachte einen Moment nach. Anscheind wusste er nicht, wo er anfangen sollte.

„Wir waren auf einer Ausstellung einer Bekannten, die ebenfalls Malerin ist und wollten einfach nur nach Hause. Wir gingen durch das kleine Waldstück, gleich neben der Mailroad und unterhielten uns über den Abend, als plötzlich... diese Gestalt auf uns zukam. Sie saß auf einem Pferd, trug ein seltsames Gewand und zu meinem erstaunen besaß der Mann auf dem Tier keinen Kopf.“

Er lächelte bei diesem Gedanken, was mich sehr wunderte. Mit einem kurzen Seitenblick stellte ich fest, das Sam genauso verwirrt aus der Wäsche schaute wie ich. Normalerweise würde ein normaler Mensch niemals mit einem Lächeln auf einen kopflosen Mann reagieren. Eigentlich hatte ich erwartet, das er in Tränen ausbrechen würde, so wie all die Anderen Augenzeugen vor ihm, aber er war anders.
„Was ist dann passiert?“

„Na ja, diese Gestalt hat Gene einfach mit sich in den Wald gezogen und ich hörte sie furchtbar schreien.“ Dieser Gedanke schien ihm Freude zu bereiten, denn auf seinem Gesicht bildeten sich Lachfältchen um seine Augen und er hätte bestimmt laut gelacht, wenn wir nicht vor ihm gesessen hätten. „Dann war da dieser helle Lichtschein, der von dieser Gestalt ausging und sie kam auf mich zu, sagte etwas in einer völlig fremden Sprache und verschwand einfach im Nichts. Das war alles.“

Eine Weile sagte niemand von uns etwas. Sam und ich hatten die Geschichte zwar schon dutzendfach gehört, doch von diesem Lichtschein war bisher nie die Rede gewesen. Geschweige denn von irgendwelchen geheimnisvollen Botschaften.

Sam setzte sich auf die Couchkante und schaute Mr. Fairy direkt ins Gesicht. „Sie haben aber verstanden, was der Geist.... ähm, diese Gestalt zu Ihnen sagte, oder?“ fragte er mit einem bohrenden Blick nach und dieses Mal wurde der große Mann vor uns im Sessel sehr nervös.
„Ja... das habe ich. Immerhin habe ich Latein studiert.“ Lachte Mr. Fairy und fuhr sich durch das grau durchsetzte Haar. Sam und ich warfen uns erneut vielsagende Blick zu und warteten auf die Antwort von dem Mann uns gegenüber.

„Der Geist... ich meine, die Gestalt sagte.... sie sagte: ´Der Krieg ist nahe, Vala schickt mich um zu töten.´“
Bei dem Namen „Vala“ zuckte Sam erschrocken zusammen und auch in mir breitete sich ein Unwohles Gefühl aus. Es war der Name, den Hawk Night Noel gegeben hatte, bevor sie im Nichts verschwand.

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Sunday, December 20th 2009, 12:53am

8o 8o 8o 8o 8o

Quoted

„Der Geist... ich meine, die Gestalt sagte.... sie sagte: ´Der Krieg ist nahe, Vala schickt mich um zu töten.´“ Bei dem Namen „Vala“ zuckte Sam erschrocken zusammen und auch in mir breitete sich ein Unwohles Gefühl aus. Es war der Name, den Hawk Night Noel gegeben hatte, bevor sie im Nichts verschwand.


ohje... das sit hammer!!!
so kann sam das ganze ja nie verarbeiten...

und wieso schickt sie nen kopflosen reiter um zu töten???

sorry das mein fb diesmal so kurz ist, aber ich bin krank und daher gerade sehr müde... :(

das kapitel war aber absolut spitze und wirklich wunderbar lang!!!
:hail: :hail: :hail: :hail: :hail: :love: :love: :love: :love: :love: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

ich bin gespannt wie noel...naja jetzt ja eher vala in das ganze verwickelt ist und wieso sie ihn schickt...
und wie sam das ganze verkraftet...

wünsch dir schonmal nen frohes fest und auch schonmal nen guten rutsch, falls wir uns nicht mehr lesen. :D
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Tuesday, December 22nd 2009, 11:40pm

ich wünsch dir eine gute besserung, meine dolina-maus! danke dir für dein kommi. schieb den nächsten part hinter her, viel spaß!!

---------------

„Das ist ein Zeichen, Dean.“ Rief mein Bruder laut als wir den kurzen Weg zum Impala zurück gingen, nachdem wir uns von Mr. Fairy verabschiedet hatten. „Wir müssen herausfinden, was das alles bedeutet und vielleicht wissen wir dann auch, wohin Noel verschwunden ist.“

„Beruhige dich erst mal, okay?“ rief ich leicht gereizt. „Ständig geht es dir um Noel. Vielleicht hat das auch gar nichts zu bedeuten. Der kopflose Irre hat vielleicht gelogen, Geister und Dämonen lügen gerne, Sam!“

Mein Bruder schlug frustriert auf das Autodach des Wagens und schaute mich aus zornigen Augen an. „Dean. Verstehst du denn nicht?! Der Kopflose hat Informationen. Und diese Informationen könnten uns bei der Suche nach Noel helfen. Er weiß vielleicht wo sie ist!“

„Ich sehe schon, du willst dich nicht beruhigen. Alles klar.“ Ich stieg in den Wagen und knallte die Tür zu. Sam folgte nach wenigen Sekunden. Eine Weile schwiegen wir uns an. Ich lockerte die eng sitzende Krawatte und atmete tief durch.

„Diese ganzen „Vielleicht´s“ helfen uns nicht. Wir konzentrieren uns auf den kopflosen Mörder, bringen ihn zur Strecke und dann verschwinden wir von hier.“

Noch immer schwieg Sam sich darüber aus, was in seinem Kopf vor sich ging. Doch ich konnte es mir schon alles denken. Er würde gleich anfangen davon zureden, das ich ihm die Wahrheit sagen solle. Über die Nacht in der alten Fabrik. Doch in dem Augenblick wollte ich mich nur auf den Kopflosen konzentrieren und mir nicht wieder die grauenhaften Todesbilder von Noel in den Kopf zurückrufen.

„Sag es mir, Dean.“ Fing er auch schon an mich auszufragen. „Sag mir endlich die Wahrheit. Was ist in der Nacht passiert?“

Ich schaute ihn von der Seite an und wollte ihm mit meinem Blick
unmissverständlich klar machen, dass ich nicht darüber reden wollte. Doch es war zu spät. Ich musste ihm sagen, dass Noel tot war und das sie in der Hölle schmorte, genau wie Night. All das, was ich ihm ersparen wollte und ich so gut für mich behalten hatte, war fällig. Aber noch einmal versuchte ich mich aus der Sache rauszureden und startete einen erneuten Versuch des Umgehens des Problems. „Du willst nicht wirklich wissen, was in der Nacht passiert ist, Sam.“ Ich spürte wie meine coole Fassade langsam in sich einbrach und offensichtlich hatte Sam es auch gemerkt und ließ jetzt erst recht nicht locker.

„Sag mir die Wahrheit, Dean. Was verschweigst du mir?“ fragte er noch einmal und dieses Mal klang es richtig Ernst.

Ich seufzte tief, betete zu Gott er würde es gut auffassen und begann schließlich die Wahrheit über seine geliebte Noel zu erzählen. „Sie ist tot, Sam! Das verschweige ich dir!“ rief ich aufgebracht und hoffte inständig, er würde keinen Nervenzusammenbruch bekommen oder vor Schreck in Ohnmacht fallen.

Nein, nichts dergleichen geschah. Er schaute mich nur entsetzt an, mit Tränen in den Augen und nickte langsam, brachte aber kein Ton hervor. Also legte ich nach und erzählte ein Stück weiter.

„Du warst ziemlich am Ende. Konntest kaum noch aufrecht stehen und warst kurz davor ohnmächtig zu werden. Du hast es nicht gesehen, den Feuerball und die Druckwelle hast du bestimmt auch nicht mehr ganz mitbekommen.“ Ich machte eine kleine Pause, um zu sehen, wie er reagieren würde. Doch es tat sich nichts. Er saß neben mir, starrte auf seine Beine und sagte kein Wort.

„Ich habe es gesehen, Sam. Und es war kein schöner Anblick, glaub mir. Das werde ich niemals vergessen, so was... hab ich noch nie gesehen. Sie hatte eine Wahnsinns Kraft um sich und hat damit alles getötet, was auch nur annähernd Übernatürlich war. Jeder Einzelne hat sich im Nichts aufgelöst, einfach so.“

Noch immer starrte mein Bruder auf seine Beine, doch ich konnte sehen, dass es ihn innerlich fertig machte. „Hör mal. Ich kann hier aufhören und es...“

„Nein.“ Brachte er mit zittriger Stimme hervor. „Ich will es wissen.“ Eine Träne tropfte auf seine Jeans und hinterlies einen kleinen nassen Fleck, den er nicht mal bemerkte.

„Wie du meinst, Sammy.“ Antwortete ich langsam und startete den Wagen, fuhr die Hauptstraße in Richtung Motel hinauf und erzählte währenddessen weiter. „Sie haben weiter gekämpft, das Blut spritzte in jede Richtung und wie gesagt, die Kraft um Noel verwandelte sich in diese Feuerwand und irgendwann war der Feuerball um sie so gewaltig, dass sich ihr Körper in tausend feine Teile zersetzt hat, genau wie der von Night. Sie hat sich... selbst zerstört, um Night und auch seine Armee zurück in die Hölle zuschicken, Sam. Ich weiß das sie tot ist. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“

Ich legte Traurigkeit in meine Stimmt, um ihm zu zeigen, das es mir mit dieser Tatsache nicht gut ging. Ich schaute kurz zu ihm und ich konnte sehen, wie sich sein Gesicht veränderte. Eine Mischung aus Entsetzen, Bestürzung und Trauer legte sich auf sein Gesicht und ihm schossen nur so die Tränen aus den Augen. Ich hatte geahnt, dass er so heftig reagieren würde, aber das sich all diese Gefühle in einen Gesichtsausdruck verwandeln konnten, war selbst mir neu und brachte mich etwas zum staunen.

„Wieso hast du... wieso hast du mir das nicht schon vorher gesagt?“ flüsterte er mit erstickter Stimme und ich hörte leichte Wut in ihr.
„Ich wusste, dass es dich fertig machen würde, deswegen.“ Erklärte ich ihm beruhigend. Doch davon wollte er nichts hören. Er fuhr sich nervös durch die Haare, kaute verbissen auf seiner Unterlippe herum und ich konnte förmlich sehen, wie es hinter seiner Stirn arbeitete.

„Wieso hast du sie nicht aufgehalten?“ fragte er nach einer Weile mit festem Blick auf mich. Ich zuckte bei dieser unerwarteten Frage zusammen und schaute ihm entgegen.

„Ich hätte es niemals schaffen können. Außerdem war es die einzige Möglichkeit, Night zu erledigen. Was hätte ich denn noch tun sollen, als dich schwer verletzt aus der Fabrik zu schleifen?“ Langsam überkam mich die Wut. Wenigstens ein bisschen Dankbarkeit konnte Sam mir schon entgegen bringen. Immerhin hatte ich ihn ins Krankenhaus gefahren und war Tagelang nicht von seinem Bett gewichen vor Sorge.

„Das ist mal wieder typisch!“ Aufbrausend setzte er sich aufrechter hin und wischte sich die Tränen vom Gesicht. „Du denkst wie immer nur an das Töten des Gegners und denkst dabei nicht an andere, die ihr Leben dafür opfern! Dir ist wichtiger den Job zu erledigen anstatt die Menschen zu retten, die dafür zu schaden kommen!“

„Jetzt komm mal wieder runter, ja?!“ jetzt begann ich auch meine Wut rauszulassen. „Ich hab dich da rausgeholt, okay? Du warst verdammt noch mal kurz davor zu sterben! Hätte ich dich an diesem Rohr hängen lassen sollen? Hätte ich Noel aus dem Feuerball ziehen sollen, damit ich sterbe und sie lebt?“

Sam wollte etwas sagen, verkniff es sich, setzte erneut an, dann brach es aus ihm heraus. „Es ist dir also wichtiger unsere Ärsche zu retten, während Unschuldige unseretwegen sterben müssen?“ fragte er direkt heraus und brachte mich damit etwas aus dem Konzept.
„Unschuldige?“

„Ja, Unschuldige, Dean. Noel war kein Dämon, sie hat sich geopfert um Night zu erledigen, schön. Aber warum hast du sie nicht davon abgehalten?“

„Weil sie es sein musste, die Night tötet!“ rief ich sauer. Gleichzeitig trat ich aufs Gaspedal und der Impala fegte über die Straße. Sam schaute mich verwirrt an und suchte nach den passenden Worten. Aber ich kam ihm zuvor.
„Frag nicht, Sam!“ rief ich immer noch verdammt wütend. „Frag einfach nicht!“

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Wednesday, December 23rd 2009, 10:50pm

danke erstmal für deine besserungswünsche, die haben scheinbar geholfen. mir geht es schon wieder viel besser.

und bevor ich es gleich vergesse:

Ich wünsch dir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest !!!


so dann mal back to topic... :D

ohje... *schultern hängen läßt*

das zwar lange schon überfällige, aber auch soooooooooooo traurige gespräch findet also gerade statt... :(

der arme sam, die trauer...der schmerz...die wut... ;(

aber was er dean da an den kopf wirft, ist ja nun mal nicht fair, aber er ist wüten und traurig und eh durch den wind.
ich hoffe, das er das nicht wirklich ernst meint was er da gerade dean vorwirft!!!

aber wenn dean ihm jetzt auch noch erzählt was noel wirlich war, das verkraftet sam sicher nicht.
dann geht er sicher auf dean los oder sogar auf sich selber...
er ist ja so schon total verzweifelt...

das hast du wieder toll geschrieben. die spannungen kommen ganz toll rüber.

freu mich auf das nächste kapitel.

ob sam es jetzt gut sein läßt, oder weiter nachhakt???

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
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17

Friday, January 15th 2010, 10:47pm

sooooo. auch im neuen jahr lass ich meine leser nich hängen- zwar etwas spät, aber krankheitsbedingt konnte ich nichts posten...sorry!
geht nu aber weiter, hoffe ihr lest schön mit, hdl dolina! danke für dein FB...
:thumbsup:
------------

Meine Augenlider waren schwer.... ich konnte kaum atmen, die Luft war zu sehr mit Schwefel versetzt und so träge.... mein Körper schrie vor Schmerz, mein Kopf dröhnte... wo war ich? Die Hitze um mich herum war erdrückend, fast schon verbrennend... Ich spürte nichts mehr, außer meinen schmerzenden Körper und diese verdammte Hitze!

Ich öffnete die Augen, schwerfällig, träge... sah nur verschwommene Dinge... die Luft erzitterte, war nebelig und dieser beißende Geruch nach Schwefel!
Langsam drehte ich meinen Kopf und schaute in die andere Richtung. Wo war ich?

Verschwommene Bilder, diese Hitze und das dröhnen in meinem Schädel... war ich tot? Musste ich doch. Ich hatte Night mit mir gerissen, um ihn endlich fertig zu machen. Aber wo war ich hier?

Ich versuchte meine Arme zu bewegen, schaffte es jedoch nicht, denn mit einem schwerfälligem Blick zu meinen Händen stellte ich fest, dass sie gefesselt waren. Ich hob meinen Kopf, sah dass es meinen Füßen auch so erging und lies meinen schweren Kopf erneut zurück fallen.

Ich lag rücklings auf irgendetwas mit Lederfesseln, konnte mich kaum bewegen und noch immer drang diese Schwefeldurchsetzte Luft in meine Lungen ein, die schon wie Feuer brannten.

„Wie geht es dir?“ Die tiefe Stimme erklang von rechts, dröhnte in meinem Kopf und hallte von den Wänden als Echo wieder. „Du bist sehr stark, Vala. Aber deine alte Stärke ist noch nicht zurück gekehrt, weißt du?“

Schritte kamen näher, mein Blick fing zwei paar giftgrüne Augen ein, die mich von oben herab anschauten und mir eine Gänsehaut einjagten.

„Ich... heiße Noel....“ krächzte ich mit verzweifelter Stimme, versuchte meine Arme aus den Ledermanschetten zu winden, was jedoch nicht gelang und ich spürte Tränen meinen Hals hoch kommen.

Ein leises Lachen war zu hören und dann spürte ich eine glühend heiße Hand, die sich langsam auf meine Stirn legte. Ich unterdrückte einen kläglichen Aufschrei und schloss krampfhaft die Augen.

„Du hast sie in dir eingeschlossen. Und ich werde alles daran setzen, das Schloss zu vernichten und meine Schwester aus deinem Körper zu lassen, Noel.“

Ich wusste beim ersten Ansehen das Night neben mir stand, und doch war er mir so fremd. Er sprach mit einer eindringlichen Stimme zu mir und ich spürte, wie er mir von Sekunde zu Sekunde mehr Angst machte.

„Vier Jahre. Sie ist bereits vier Jahre in dir und du hast sie einfach in dich eingeschlossen und sie so verdrängt, dass nur noch ein kleiner Rest ihrer Kraft in ihr ist. Siehst du die Maschine über dir?“
Mein Blick richtete sich an die Decke, sah jedoch nur einen verschwommenen Umriss eines großen Apparates, der mir noch mehr Angst machte. „Ich werde die Verankerung lösen. Stück für Stück, verstehst du? Es wird nicht weh tun, wenn du es zu lässt.“

In diesem Moment hörte ich einen dumpfen Summton und ein gleißend heller Lichtschein senkte sich über mich. Er brannte sich in mir wie Feuer und in diesem Augenblick wusste ich: ich war nicht Tod.

Ich war in der Hölle. Und Night wollte Vala aus mir befreien. Der Dämon, der mir begegnet war, gleich nachdem Sam aus meinem Leben verschwunden war und ich mich so furchtbar einsam gefühlt hatte.

Mir kamen Gedanken aus der Vergangenheit in den Sinn. Szenen, in denen ich das Ritual für die Verankerung gemacht hatte und Bilder der Zerstörung, die Vala damals getan hatte.

Sie hatte Unschuldige Menschen getötet, dachte sie könne mich vollständig mit ihrer Macht überschatten, bis ich sie in mir einschloss, weil sie einfach nicht aufhörte, mich und die Welt um mich herum zu zerstören.

Der grelle Lichtschein legte sich auf mich und ich spürte wie es in mir zu brennen begann. Ich riss meinen Mund auf, konnte jedoch nicht schreien, denn meine Stimme versagte kläglich.

Der Schmerz hörte nicht auf, drang durch meinen ganzen Körper, ich wand mich in den Fesseln hin und her, versuchte mich zu befreien, doch ich tat es vergeblich.

Nights Lachen dröhnte in meinen Ohren und ich konnte nicht atmen. Meine Lungen zogen sich zusammen, schrieen nach Sauerstoff und schließlich hielt ich es nicht mehr aus.

Bewusstlosigkeit benebelte meinen Kopf und die Bilder aus meiner Vergangenheit wurden schwärzer und schwärzer, bis ich komplett in Dunkelheit versank...

Dolina

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Friday, January 15th 2010, 11:57pm

8o 8o 8o 8o 8o 8o 8o 8o 8o 8o 8o

WAS???
ÄHM...

jetzt hast du mich aber total überrascht...wow...:respekt:
joel lebt???
menschlich???
damit hätte ich ja nie gerechnet!!!

aber auch:
night hat überlebt???
boah, das gibt es ja nicht...dieser :soab:
der ist ja schlimmer wie unkraut!!!

ohje...hoffentlich kann sich noel retten oder gerettet werden.

und WAS ist damals passiert???
...ich hab meinen augen ja nicht getraut.
endlich die auflösung meines knäuels der gehirnwindungen...
noel ist von nem vala besetzt worden...
kurz nachdem sam sie verlassen hat...
und dann hat sie sie in sich eingeschlossen...
wow...das ist ja mal nen hammer idee...
:hail: :hail: :hail: :hail: :hail:

uih...ist das jetzt spannend...
was wird mit noel passieren, wenn night erfolgreich ist?
wird sie eine chance haben, die "fbefreieung" von vala zu überleben?

ich bin ja soooooooooooo froh das du wieder weiter geschrieben hast!!!
ich hoffe du bist wieder ganz gesund.

tolles und SEHR aufschlussreiches kapitel!!!

*knuddel*

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :love: :love: :love: :love: :love: :hail: :hail: :hail: :hail: :hail:
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Wednesday, January 20th 2010, 6:47am

ach, dolina....was würde ich nur ohne dich tun???? bist ja die einziege die mir hier ein FB hinterlässt...mein gott, das is so toll von dir... zum dank gibts jetzt wieder was für dich (und all meine stummen leser).... viel spaß!
und danke noch mal für dein Kommi :love: :love: :love: :love: :love:
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Ich suchte auf jeder nur erdenklichen Internetseite nach dem Namen „Vala“. Nirgends war nur das geringste über sie zu lesen. Auch in den Büchern meines Vaters aus dem Kofferraum stand nichts, was sich auch nur damit beschäftigte.

Die Wahrheit über Noel zu erfahren war schmerzhaft gewesen. Ich hatte eigentlich selber schuld, denn ich hätte Dean auch daran hindern können. Doch ich wollte endlich Gewissheit über sie haben. Eigentlich hatte ich mir schon gedacht, dass sie tot war, doch so richtig damit abfinden konnte ich mich nie. Deswegen wollte ich in New York weiter suchen und Hinweise dafür finden, dass sie nicht tot war.

Dean hatte es mir verschwiegen, weil er nicht wollte, dass es mich innerlich zeriss. Er wollte mich nicht verletzen, aber er musste es mir einfach sagen. Was nur das Vernünftigste gewesen war.

Ich seufzte tief, lauschte dem leisen rauschen der Dusche im Badezimmer und klappte schließlich meinen Laptop zu.

Mein Bruder betrat den Wohnraum, frisch geduscht und frisch angezogen und mit einem fetten Grinsen auf den Lippen.

„Alter, da hängt n Spiegel direkt neben der Dusche. Konnte mich die ganze Zeit beobachten und ich weiß jetzt, wie ich von hinten aussehe, man!“ sagte er schadenfroh und rubbelte sich die kurzen Haare mit einem Handtuch trocken.

„Und du bist nicht tot umgefallen bei deinem Anblick?“ witzelte ich woraufhin er mir einen genervten Blick zuwarf und nicht weiter darauf einging.

„Auch eins?“ fragte er dann nachdem er den Kühlschrank aufgerissen und zwei Biere rausgeholt hatte. Ohne eine Antwort abzuwarten knallte er mir die Flasche hin und öffnete seine wie üblich mit seinem Silberring.
„Nichts.“ Sagte ich und deutete enttäuscht auf den zugeklappten Computer. Dean verdrehte die Augen, warf sich auf sein Bett und schaltete den Fernseher ein.

„In welcher Sache gibt’s denn dieses Nichts?“ fragte er gelangweilt während er ebenfalls gelangweilt durch die Kanäle zappte.
„Du weißt in welcher Sache.“ Sagte ich etwas kleinlaut und öffnete an der Tischkante mein Bier.

„Ich hätte es dir doch nicht sagen sollen, Sammy.“ Antwortete er mir. „War ja klar, dass du dich in die Sache so reinsteigerst, dass....“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig und er setzte sich kerzengerade hin, starrte auf den Bildschirm des Fernsehers und drehte den Ton lauter. „Hör dir das an.“

„In dem kleinen Städtchen Minersville in Utah ereignen sich schon seit gut einer Woche grausame Morde, so auch diesen Abend. Zwei Passanten haben in der Nähe der Mailroad die Leiche eines Mannes entdeckt, die nicht nur entstellt, sondern auch brutal enthauptet wurde.

Die Polizei hat das Gebiet um das Waldstück, wo die Leiche gefunden wurde, weitgehend abgesperrt . Es wird von einem Serienmörder gesprochen, der immer noch auf freiem Fuß ist. Selbst die Behörden der Stadt, wissen weder ein noch aus. Laut Polizei Bericht sind schon über 10 Menschen in den letzten Tagen im ein und demselben Waldstück tot aufgefunden worden. Nähere Hinweise...“

Dean schaltete den Fernseher aus und sprang vom Bett auf. „Komm! Das sehen wir uns an, Sherlock.“ Er griff nach seiner Jacke, war schon an der Tür und hatte sie auch schon geöffnet, als er sich noch mal umdrehte und mich auffordernd ansah. „Was ist? Kommst du jetzt, oder was?“
„Wohin?“

„Zur Mailroad, da sind alle Leichen gefunden worden und vielleicht finden wir da unseren Kopflosen. Jetzt komm!“

Genervt packte er mich an den Schultern und schleifte mich zum Auto. Warf mich auf den Beifahrersitz, meine Jacke hinterher und brauste mit vollem Tempo vom Motelparkplatz.

Es dauerte keine viertel Stunde, da hielt Dean direkt neben einem kleinen Waldstück, das an die Mailroad angrenzte. Es war stockfinster und eine Sternenklare Nacht, als er ausstieg und den Kofferraum öffnete. Er drückte mir eine Schrotflinte und eine Taschenlampe in die Hand und knipste seine eigene an.

„Dann los.“ Er ging voraus in das Waldstück hinein und nach gut 100 Metern fanden wir die Stelle, wo die Opfer gefunden wurden. Ein gelbes Absperrband der Polizei kreiste ein rechteckiges Gebiet ein. Ich zögerte, wollte Dean daran hindern, doch er schlüpfte einfach darunter hindurch.

Leicht genervt von seiner ständigen Achtlosigkeit vor dem Gesetz, ging ich ihm nach und leuchtete die Umgebung ab. Blutreste klebten an den vertrockneten Blättern am Boden und überall entdeckte ich Fußspuren im weichen Boden. Nichts interessantes also.

Meine Taschenlampe erfasste dann etwas, was mehr als interessant war. Neugierig ging ich auf den Stein am Boden zu, der von einem toten Baum umrangt war und sehr verwittert zu sein schien.

„Hey. Dean. Komm mal hier rüber!“ rief ich meinem Bruder zu, der gerade dabei war auf der anderen Seite den Boden zu untersuchen. Neugierig kam Dean zu mir rüber und hockte sich zu mir.

„Sieh dir das hier mal an.“ Ich leuchtete direkt den alten Stein unter dem knorrigen Apfelbaum an und Dean pfiff anerkennend durch die Zähne.
„Ein Grabstein.“ Stellte Dean mit prüfendem Blick fest. Ich verdrehte genervt die Augen.

„Man! Sieh dir die Schrift an!“ zischte ich leise. Ich schob ein paar verdorrte Äste zur Seite, so dass Dean die Buchstaben besser erkennen konnte, und erneut pfiff er anerkennend durch die Zähne. „Walter Kimball, Ruhestätte eines... würdevollen Mannes, der...unwürdevoll sterben musste. 1723“ las er dann stockend die verwitterte Schrift vor und seine Augenbrauen schnellten in die Höhe.

„Denkst du das was ich denke?“ fragte er dann und erhob sich langsam.
„Ich denke schon. Walter Kimball ist wohl nicht ganz so tot wie alle glauben.“ Schloss ich seinen Gedankengang und erhob mich ebenfalls. „Und... ein Grabstein mitten im Nirgendwo, unter einem toten Baum...“

„Was sagt uns das bloß?“ fragte Dean albern und leuchtete noch einmal die Umgebung ab. „Sammy?“
„Hm?“

„Hast du das hier schon gesehen?“ fragte er im Flüsterton und als ich neben ihn trat, sah ich, was er gemeint hat. Vor seinen Füßen lag ein weißes Etwas, blutdurchtränkt und quadratisch Groß. Langsam beugte ich mich zu dem Etwas hinunter und hob es mit spitzen Fingern in die Höhe.

„Das ist....ein Stück von einem weißen Gewand.“ Stellte ich fest nachdem ich es von oben bis unten abgeleuchtet hatte. Dean nickte, drehte sich von mir fort und leuchtete auf die Bäume um uns herum.

„Klasse. Polizeiarbeit ist in dieser Stadt gleich Null. Noch nicht mal ein blutgetränktes Laken wird hier entdeckt.“ Als er geendet hatte, knackte es laut und wir beide schnellten gleichzeitig herum, die Schrotflinten fest umklammert.

Ein Lichtschein drang durch die Bäume zu uns herüber und blendete uns mit dem grellen Licht. Dann vernahm ich das leise trappeln von Hufen auf dem Boden und dann tauchte vor uns das auf, was all die Augenzeugen uns heute beschrieben haben. Ein durchsichtiges Pferd, darauf eine Gestalt bekleidet mit einem weißen Gewand, von dem ein großes Stück fehlte.

Die Gestalt auf dem Pferd besaß keinen Kopf, und doch hörte ich einen grauenhaften Schrei, der im ganzen Waldstück zu hören war. Blut tropfte der Gestalt aus der Brust, rieselte zu Boden und verschwand dann im Nichts. Genau wie das Stück Gewand in meiner Hand, dass sich nach zwei Sekunden wieder an dem Platz befand, wo es aus der Kleidung gerissen wurde.

Dean und ich schossen nach unserer Schrecksekunde vier Ladungen Steinsalz auf die kopflose Gestalt auf dem Pferd, doch das Salz durchdrang den Körper und blieb in den Bäumen hinter ihm stecken. Das Pferd wurde schneller, bäumte sich vor uns auf, sodass ich erschrocken zu Boden geworfen wurde und ich sah die silberne Klinge eines Schwertes, direkt vor meinen Augen, die zu mir hinuntersauste.

Mein Bruder packte mich am Arm, zog mich noch rechtzeitig auf die Füße, bevor die scharfe Klinge mich treffen konnte und lief mit mir den Weg zum Auto zurück, den wir gekommen waren.

Während des Laufens drehte ich mich immer wieder um, schaute direkt in die toten Augenhöhlen des Pferdes, das knapp hinter mir lief und ich hörte eine leise aber klare Stimme in meinem Kopf, die mir Worte zu flüsterte, welche ich nicht richtig verstand.

Ich versuchte mich zu konzentrieren, lief rückwärts durch den Wald, sah nicht wohin ich lief und stolperte schließlich über einen umgestürzten Baum am Boden.

Rücklings fiel ich zu Boden, das Geisterpferd stoppte abrupt und der Kopflose stieg zu mir hinunter, das Schwert dicht an seinen Körper gepresst und auf mich gerichtet. Ich spürte wie die Klinge sich auf meine Brust legte und die kalte Hand an meinem Hals jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken.

„Vala....“ hauchte der Kopflose leise. „Er wird sie befreien... Hilf ihr! Sterben... Tod.. Hölle...Vala, Göttin der Hölle...“ Die Wortfetzen drangen in meinen Schädel ein und ich hatte Mühe alles zu behalten was der Kerl von sich gab.

Ich hörte einen lauten Knall, dann rieselten kleine Schrotkugeln auf mich nieder und das durchsichtige Pferd so wie der Kopflose vor mir verschwanden im Nichts.
„Sam? Alles klar?““ Dean kam neben mich und sah sich nach Verletzungen um, die er nicht fand.

Ich richtete mich etwas auf, starrte immer noch auf den Fleck wo das Pferd gestanden hatte und zog mich schließlich an Dean geklammert auf die Füße.

Dolina

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20

Saturday, January 23rd 2010, 12:12am

8o 8o 8o

wow...wieder ein tolles kapitel...
den kopflosenreiter haben sie ja jetzt endlich gefunden, aber was hat er mit vala zu tun und woher weiß der geist davon, was night vorhat???
und wieso wendet er sich an sam?
woher weiß er wer sam ist und das er joel kennt???

dean wird sam sicher kein wort glauben, wenn er ihm erzählt was der geist gesagt hat...
da muß sam wohl echt einiges an überzeugungsarbeit leisten...

sam aht die ganze zeit ja schon "gespürt" das joel noch lebt.

aber wie soll er herrausfinden wo sie ist?

er hat auch nichts über vala im internet gefunden, also wissen sie auch nicht mit was sie es zu tun bekommen...

das hört sich sehr spannend an...
und das ist es auch...

ich freu mich jetzt schon auf ein neues kapitel
ich hoffe so sehr das dean und sam joel retten können.

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :hail: :hail: :hail: :hail: :love: :love: :love: :love:
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